Tag der Jugend, heute hatte ich es in den Runden 4 & 5 mit der deutschen Nummer 5 und der Nummer 11 (nach Elo - 01.09.) des 95er Jahrgangs zu tun .
Eine unangenehme Gegnerschaft, doch ich hielt mich "wacker" .
Am Morgen ging es gegen Leon Mons mit den schwarzen Steinen mitten rein in einen Sizilianer . Mir blieb schon bald ein rückständiger Bauer auf d6 über und in der Entwicklung hatte ich mich wohl auch ein wenig verlaufen . Glücklicherweise wurde dann im Mittelspiel einiges und vor allem die Damen getauscht . Das Problem mit dem Bauern auf d6 war ich nun los, allerdings auch gleich den ganzen Kerl ansich, was in dieser Situation jedoch nicht weiter schlimm war . Ich baute mich im Doppelturmendspiel recht aktiv auf und der Minusbauer war schon längst vergessen . Als ich mir diesen dann im weiteren Verlaufe wieder zurückholte, musste ich nur noch ein paar kleine Freibauerklippen umschiffen und ich kam schließlich sicher im Remishafen an .
Mit Constantin Göbel gab es dann in Runde 5 den nächsten 1995er mit einer ähnlichen Wertzahl wie bei Leon, derer 2161 ausgestattet . Die Eröffnung (1.e4 c5 2. Sf3 Sc6 3. Lb5 e6 4. 0-0 Sge7 5. c3 Sg6) verlief relativ ruhig und ich konnte mich erstmal ordentlich aufbauen . Als wir dann im Mittelspiel ankamen suchte ich nach etwas Initiative und wählte wohl den falschen Plan/Bauernvorstoß, baute mich dann in Zeitnot etwas passiv auf, übersah eine kleinere Drohung, die meine Stellung immer schlechter werden ließ .
Alles dürfte wohl noch spielbar sein, doch schon lange nur noch vom Increment genährt fand ich ein paar Fehlzüge und konnte zwar sagen, dass ich die Zeitkontrolle mit einer Restsekunde auf der Uhr geschafft hatte, doch das Brettgeschehen war nun bei zwei Minusbauern (bei T+S vs. T+L) schon vollends tot und somit war die Niederlage besiegelt .
2 Punkte aus 5 Runden sind durchaus noch ok, allerdings fehlt mir irgendwie ein halber Punkt in der Abrechnung .
Heute geht es dann schon um 8:30 Uhr ab in den letzten Tag des LGA Premium Cups 2010 . Die ersten 8 Bretter werden wie immer live ins Netz übertragen .
So und jetzt heissts nochmal angreifen !
(*Update* 04.09. 00:19)
Am zweiten Tag gab es in der ersten (2.) Runde dann an den hinteren Brettern mit Andreas Kost einen relativen Schachneuling, welcher noch DWZlos umherläuft .
Ich nahm mir vor, mich erst mal ruhig aufzubauen und zu schauen wie sich die Partie so entwickelt . Daher nach längerer Zeit mal wieder ein Modern-Pirc-Caro Mischmaschaufbau und dieser funktionierte auch ganz gut . Ich baute mich ordentlich auf, rochierte kurz und als mein Gegnüber sich zur langen "Flucht" entschloss, war mein "Bauernsturm schon halbwegs vorbereitet . Dieser öffnete in der Folge die Linien auf den König, so dass ich mir dadurch bedingt einen ekligen Bauern auf b2 mit Unterstützung durch a3 hinstellen konnte .
Kurz darauf kosteten ein paar kleinere Verwicklungen noch einen Läufer und das wars dann auch schon so ziemlich - der volle Punkt war mein .
Bei leckerem Seelachsfilet mit Brokkoli, Butterkartoffeln und Estragonsauce ging es dann geschmackvoll durch den Mittag . Bei munteren Gesprächen schritt dann auch die restliche Pause zügig vorüber und ich war gespannt wen mir die Auslosung bescherte . Eine dicke Überraschung gab es auch noch aus Runde zwei zu vermelden ... Topfavorit und mehrfacher Titelträger Jonny Hector stolperte über den Puschendorfer Moritz Lauer (kommentierte Partie unter) !
So und auf gings in Runde Nr. 3 . Mit Michael Finster saß mir nun schon der dritte Nürnberger gegenüber, diesmal allerdings ein SWler, Kaliber 2153 . Einen Abtauschspanier habe ich als Weisser wohl etwas unsauber -um es noch schön zu sagen- behandelt und streute dann auch ein recht frühes h3 + g4!? ein, was mir allerdings nicht einen erhofften Angriff auf den kurz rochierten König einbrachte, sondern, da der Damenflügel schon halb geöffnet war, vielmehr die Frage wohin mit meinem König !? Im Zentrum bleiben ging wohl nicht, lang rochieren kam gar nicht mehr in Frage, also blieb mir nur in meine unschöne Bauernstruktur mit g4 hineinzuschlüpfen über . Durch ein paar kleinere Manöver konnte ich mich allerdings am Leben halten und es entstand eine geschlossene Bauernstruktur .
Ein Gewinn-/Durchbruchsversuch von Schwarz kam wohl am falschen Flügel (Königs), wodurch ich nun sogar zu Gegenspiel im D,2xT,S+L Endspiel (bei je 6 Bauern) kam . Dieses Fünkchen an Aktivität wurde jedoch in beiderseitiger Zeitnot durch eine Stellungswiederholung jäh erloschen . Ein wohl etwas glücklicheres Remis, ob ich allerdings mal wirklich am Abgrund wandelte muss noch geklärt werden, die gemeinsame flüchtige Analyse kam allerdings auch nur auf Remis als Resultat in verschiedenen Varianten .
1,5/3 sind ganz ok und ich kann zumindest mit meinem Spiel ganz zufrieden sein .
Man, geht so ein Turnier in die Beine ... sollte man trainieren sowas ;-) !
(*Update* 03.09. 01:32)
Zum Auftakt gab es mit Florian Wagner den erwartet schweren Gegner, ein FM mit einem Gewicht von 2306 Elopunkten und derer DWZ 2268 . Ich durfte hinter den weissen Steinen Platz nehmen und die Eröffnung verlief auch völlig in Ordnung . Einen Sizilianer (mit frühem Lb5) behandelten wir beide nicht allzu aggressiv, so dass wir nach dem Damentausch in einem ziemlich ausgeglichenen Mittelspiel landeten .
So langsam wurde meine Stellung jedoch etwas passiv und wir waren nun auch schon beide zeitlich etwas in der Bredouille . Ich verschenkte kurz darauf weitere 10 Minuten um einen Versuch von Gegenspiel aufzubauen . Diese Zeitnot blieb mir nun im schlechteren Endspiel über 10 Züge bis hin zur Kontrolle (40 Züge) und holte mich gegen Schluß dann ebenfalls wieder ein . Flo hatte allerdings meist auch nicht viel mehr auf seiner Uhr stehen .
Irgendwann konnte ich mich dann in ein T vs. T+L Endspiel "retten", nur merkte ich relativ schnell, dass irgendwas schief läuft und ich vergeigte es dann noch völlig . Das dürfte mein erstes Endspiel dieser Art in einer OTB Partie gewesen sein und nun heißt es nochmal genau reinschauen ins Theoriebuch ... ich hatte um ehrlich zu sein während der Partie nicht wirklich viel Ahnung wie es genau zu halten ist, auch wenn sich mein König schon am Rand befand und sich die Zeit von selber auffraß .
Naja auf gehts in die nächsten Runden, der Kampfgeist stimmte auf jeden Fall (wir hatten die vorletzte Partie des Tages am laufen) und jetzt gehts erstmal ab, etwas pennen ... um 9:00 Uhr gibts Runde Nr. 2 .
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